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Überschuldung: Die Schuldenfallen der Deutschen (Daten & Infos 2019)

In Deutschland ist die Zahl der überschuldeten Verbraucher im Jahr 2018 weiter angestiegen. Der jährlich von der „Creditreform“ bereitgestellte „Schuldneratlas 2018“ belegt dies mit Zahlen. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der überschuldeten Verbraucher um 19.000 auf 6,93 Millionen an. Zwar bleib die Überschuldungsquote unverändert bei ca. 10 Prozent, jedoch hängt dies mit dem Bevölkerungszuwachs zusammen.

Laut Überschuldungsreport haben mehr als 60 Prozent der Überschuldeten Schulden von weniger als 20.000 Euro. Beim sogenannten typischen Schuldner sind es 15.044 Euro, die sich auf höchstens zehn Forderungen verteilen. Der mit Abstand größte Anteil der Forderungen entfällt mit etwa 28 Prozent auf die Banken.

Doch wie kommt es bei den meisten Verbrauchern überhaupt zu einer Überschuldung und was sind die größter Schuldenfallen der Deutschen?

Die Auslöser einer Überschuldung

Es gibt verschiedene Auslöser die bei deutschen Verbrauchern zu einer Überschuldung führen. „Ereignisse“, also Überschuldungsauslöser, die in der Regel für den Betroffenen schwer zu vermeiden sind, wie Arbeitslosigkeit, Scheidung oder Krankheit, stellen mit 47,3 Prozent die größte Gruppe dar.

Die häufigste Ursache ist die Arbeitslosigkeit bzw. reduzierte Arbeit. Rund 26,4% aller Überschuldungen sind darauf zurückzuführen. 2011 lag der Wert bei fast dem gleichen Wert, die Bedeutung dieses Auslösers hat somit trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs und des damit verbundenen Beschäftigungszuwachses nichts an seiner Bedeutung verloren.

Einkommensarmut, der zweitwichtigste Auslöser, war über die letzten Jahre immer häufiger genannt worden, zuletzt war sie allerdings auf 10,4 Prozent zurückgegangen. Krankheit (9,9 Prozent) wird ein immer bedeutenderer Faktor. Scheidung oder Trennung (9,5 Prozent) hingegen verlieren in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung, ebenso wie Konsumverhalten (8,7 Prozent) und gescheiterte Selbstständigkeit (8,1 Prozent).

5 häufige Schuldenfallen in Deutschland

Schuldenfalle – Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosenquote in Deutschland liegt aktuell bei rund 5,3% (Stand Februar 2019). Wer unvorhergesehen arbeitslos wird, geriet ungewollt in finanzielle Schwierigkeiten. Der Jobverlust bedeutet im ersten Jahr einen Wegfall des Einkommens von bis zu 40% – bei gleichbleibenden Kosten. Die Überschuldung durch den Jobverlust betrifft ein drittel aller Fälle. Insbesondere befristet Beschäftigte, niedrig qualifizierte Arbeitnehmer sowie Krisenbranchen sind häufig betroffen.

Was kann gegen eine Überschuldung durch Arbeitslosigkeit unternommen werden?

In erster Linie sollte natürlich versucht werden, schnellstmöglich wieder Arbeit zu finden. Um sich nicht zu überschulden sollten zudem auch die Kosten minimiert werden. Zum Beispiel Stromanbieter wechseln, Versicherungen prüfen, Handy, Auto usw.

Experten Tipp: Wenn keine Finanzreserven vorhanden sind die eine kurze Zeit der Arbeitslosigkeit überbrücken können, empfiehlt es sich bei Jobverlust umgehend einen Termin bei der Schuldnerberatung zu vereinbaren.

Schuldenfalle – Scheidung (Trennung)

Wenn sich eine Beziehung trennt, dann trennen sich auch die finanziellen Verhältnisse wodurch hohe Kosten entstehen können. Bei einer Scheidung bzw. Trennung entstehen meist für beide Parteien Kosten. Miete, Möbel, Rechtsanwalt um nur einige zu nennen. Außerdem laufen alte Kredite und Bürgschaften weiter.

Von einer Überschuldung durch eine Scheidung/Trennung sind insbesondere Frauen mit Kindern betroffen. Denn häufig ziehen diese aus der gemeinsamen Wohnung aus, dadurch entstehen „neue“ Kosten für Miete, Verpflegung, neue Möbel usw. Da Frauen mit Kindern auf die Unterhaltszahlungen angewiesen sind, diese jedoch selten pünktlich gezahlt werden, kommt es schnell zu einer Überschuldung.

Experten Tipp: Insofern gemeinsame Bankkonten bzw. Konten im allgemeinen bestehen, sollten diese umgehen stillgelegt werden. Das Thema Unterhalt sollte niemals vernachlässigt werden. Weder vom Vater in Form der Unterhaltszahlungen, noch von der Mutter bei der Beanspruchung. Sollte der Vater den Unterhalt vorerst nicht zahlen können, so kann die Mutter das Jugendamt um Vorschuss gebeten werden.

Schuldenfalle – Baukredite/Immobilienfinanzierungen

Viele Verbraucher unterschätzen die Kredit- und Nebenkosten bei der Realisierung einer eigenen Immobilie durch einen Baukredit bzw. einer Immobilienfinanzierung. In den meisten Fällen ist eine Nachfinanzierung notwenig, wodurch die finanzielle Belastung steigt.

Experten Tipp: Für eine Immobilienfinanzierung ist es ratsam mindestens 25% Eigenkapital mitzubringen. Außerdem sollten Verbraucher stets mehrere Baugeldangebote vergleichen sowie entsprechende Förderungen prüfen (z.B. KfW).

Schuldenfalle – Überziehung des Girokontos (Dispo)

Der Dispositionskredit (Dispo) am Girokonto wird von vielen Verbrauchern gern und häufig genutzt. Dabei ist das Überziehen des Kontos die teuerste Form des Schuldenmachens, denn die Zinsen für den Dispo liegen im zweistelligen Prozentbereich.

Ein Beispiel: Wer sein Girokonto 12 Monate lang mit 2500 Euro überzieht, zahlt bei einem Zins von 13% jährlich 325 Euro „Leihgebühr“. Das sind gut 27 Euro Gebühr im Monat. Wer den Disporahmen (festgelegte Überziehungssumme) gar sprengt, der zahlt Zinsen bis zu 20%.

Experten Tipp: Der Dispo sollte nur im Notfall genutzt werden. Zudem empfiehlt es sich den Dispo aufgrund der hohen Zinsen nur für einen kurzen Zeitraum zu nutzen. Ist der unmittelbare Ausgleich des Girokontos nicht möglich, empfiehlt es sich eine Umschuldung mit Hilfe eines günstigen Ratenkredits zu prüfen. Es ist ratsam den Disporahmen auf maximal 1 Monatseinkommen zu beschränken.

Schuldenfalle – Ratenkauf

Heute Kaufen und bequem in kleinen Raten monatlich zurückzahlen. Der „Kauf auf Pump“ zählt zu den größten „Werbetricks“ und lockt Verbraucher deutschlandweit an. Zwar werden inzwischen auch Ratenkaufangebote zum „Null-Tarif“ angeboten (zum Beispiel 12 Monatsfinanzierung mit 0% Zins), jedoch führt der Ratenkauf noch immer bei vielen Verbrauchern dazu, dass Kosten und die eigene finanzielle Situation nicht genau eingeschätzt werden können.

Die Kosten steigen (zunächst unbemerkt) an und plötzlich können die Rechnungen nicht mehr bedient werden. Gerade beim Online-Shopping verlieren Verbraucher durch den Ratenkauf schnell den Überblick.

Experten Tipp: Ist das Konto leer, sollte auf Ratenkäufe verzichtet werden. Ehe man sich verzieht gerät man in eine Schuldenspirale die schnell zu einer hohen Überschuldung führen kann.

Abschließendes Fazit:

In Deutschland führ die Arbeitslosigkeit sehr häufig zu finanziellen Schwierigkeiten und Überschuldungen. Doch mit rund 16,2% sind auch Überschuldungen auf ein „Vermeidbares Verhalten“ zurückzuführen.

Grundsätzlich können Verbraucher die nicht aufgrund eines „Ereignisses“ von einer Überschuldung betroffen sind mit wenigen einfachen Tipps und Tricks ihre Kosten senken sowie eine Überschuldung von vornherein vermeiden.

Wer mit seiner finanziellen Situation nicht fertig wird, der sollte sich unbedingt an eine Schuldnerberatung wenden um über die eigene Finanzsituation mit professioneller Hilfe in den Griff zu bekommen.

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